9 Tipps für eure Kommunikation in der Corona-Krise

Abstand statt Infostand Kommunikationstipps Corona-Krise

Die Lockerungen in kleinen Schritten machen deutlich: Es wird kein zurück zur Normalität nach der Corona-Pandemie geben, sondern eine neue Normalität mit dem Coronavirus. Auf die Kommunikation von Organisationen muss sich das nachhaltig auswirken. Das gilt auch und insbesondere für Wahlkämpfe und politische Kampagnen.

Diese Liste soll dafür Anregungen geben.

1. Erlaubt = sinnvoll?

Irgendwann werden kleinere Veranstaltungen wieder zugelassen. Aber ist es für euch sinnvoll, diese Möglichkeit sofort zu nutzen?

Nehmt euch Zeit, die Frage zu diskutieren in welchem Tempo ihr zur Normalität zurückkehren wollt. Sonst kann es passieren, dass ihr ungewollt ein Statement setzt.

2. Im Fokus

Viele Organisationen und Politker*innen haben unter den Mottos #stayathome und #flattenthecurve öffentlich demonstriert, dass sie Verantwortung für die Eindämmung der Pandemie übernehmen.

Die Öffentlichkeit erwartet jetzt auch, dass diese Personen sich besonders vorbildlich an die Regeln halten. Für ein Foto, das Gesundheitsminister Jens Spahn im vollbesetzten Fahrstuhl zeigte, musste er viel Kritik einstecken.

3. Den Handschlag verweigern?

Normalerweise gilt es als derber Affront, die ausgestreckte Hand zurückzuweisen. Aber gerade ist nichts normal.

Ihr könnt vermeiden, von peinlichen Situationen überrascht zu werden. Überlegt euch vorher, wie ihr damit umgeht, wenn Menschen die gebotene Distanz nicht einhalten. Das ermöglicht euch, freundlich und souverän zu reagieren.

4. Nur ein Thema?

Am Thema Corona werdet ihr nicht vorbeikommen und sollte eine klare Haltung dazu haben. Das schließt nicht aus, dass ihr die Komplexität des Sachverhalts anerkennt und differenzierte Betrachtungen anbietet.

Die unmittelbaren, vor allem aber die mittelbaren Folgen der Pandemie werden noch lange spürbar bleiben. Stichwort „Präventions-Paradox“: Die verhinderte Katastrophe ist weniger sichtbar als die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um sie zu verhindern. Da diese mittelbaren Folgen – vor allem die schwere Wirtschaftskrise – nahezu alle Bereiche unseres Lebens betreffen, werden Corona und die Folgen lange Zeit dominierendes Thema bleiben.

Versucht nicht, mit euren Themen über das gesellschaftliche Gespräch „drüber zu reden“ oder künstlich einen Bezug zwischen jedem eurer Themen und Corona herzustellen. Aber identifiziert Berührungspunkte zwischen der Corona-Krise und eurer Agenda und nutzt sie als Fundament für Botschaften, die anschlussfähig an aktuelle gesellschaftliche Debatten sind.

5. Noch sensibler

Es ist immer ratsam, empathisch zu sein und darauf zu achten, niemanden durch die eigene Wortwahl zu verletzen. Die aktuelle Situation bringt für viele Menschen negative Konsequenzen mit sich.

Bedenkt also, dass Teile eures Publikums durch das Virus womöglich Angehörige oder Freund*innen verloren haben. Und wieder andere durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ihren Job. Vielleicht trefft ihr auf Familien mit Kindern und geringem Einkommen, für die der Lockdown besonders belastend war.

Die angespannte Situation verlangt zusätzliches Fingerspitzengefühl.

6. Auf rechte Narrative vorbereiten

Die Corona-Pandemie und die auf sie folgende Wirtschaftskrise bieten allerlei Stoff für rechte Narrative und rechtsextreme Verschwörungstheorien.

Bereitet euch darauf vor, damit konfrontiert zu werden. Dann könnt ihr gute Gegenargumente vorbereiten und für euch eine rote Linie ziehen, ab wann eine sachliche Diskussion nicht mehr möglich ist und es keinen Sinn mehr für euch macht, auf Hetzer*innen und ihre Provokationen einzugehen.

7. Kreative Problemlöser

Von Politiker*innen und anderen Verantwortungsträger*innen wird erwartet, dass sie Herausforderungen meistern. Ihr könnt aktuell Krisenfestigkeit und Innovationsgeist beweisen.

Was gerade alles nicht geht, ist allgemein bekannt. Ihr solltet diejenigen sein, die zeigen, was trotz Einschränkungen möglich ist. Wenn ihr dafür Facebook-Live und andere Online-Event-Formate nutzt, beweist ihr zugleich eure Digitalkompetenz bzw. könnt sie in diesem Zuge ausbauen.

Kreative Problemlöser müssen nicht alles selbst wissen, sondern wissen, an wen sie sich wenden können: Wir beraten euch gern!

8. Datenschutz- und sicherheit

Schafft mit der Auswahl der technischen Lösungen, mit denen ihr Online-Formate anbietet, Vertrauen. Durch Sicherheitslücken und einen intransparenten Umgang mit erhobenen Daten sind einige Anbieter wie zoom in die Kritik geraten.

Sprecht uns an, wenn ihr beim Datenschutz keine Kompromisse machen wollt und nach Tools sucht, die auf Servern in Deutschland betrieben werden.

9. Inklusiv kommunizieren

Für weniger technikaffine Menschen ist die Hürde bei der Nutzung digitaler Angebote höher. Bietet deshalb Unterstützung an.

Die Masse neuer Informationen, die täglich die Menschen erreicht, kann überfordern. Wenn ihr komplexe Sachverhalte einfach erklärt, könnt ihr einen echten Mehrwert für Menschen bieten, die sonst aus der gesellschaftlichen Debatte ausgeschlossen werden.